Poem: Early Cinema by Elizabeth Alexander

Early Cinema

According to Mister Hedges, the custodian
who called upon their parents
after young Otwiner and young Julia
were spotted at the matinee
of Rudolph Valentino in The Sheik
at the segregated Knickerbocker Theater
in the uncommon Washington December
of 1922, “Your young ladies
were misrepresenting themselves today,”
meaning, of course, that they were passing.
After coffee and no cake were finished
and Mister Hedges had buttoned his coat
against the strange evening chill,
choice words were had with Otwiner and Julia,
shame upon the family, shame upon the race.
How they’d longed to see Rudolph Valentino,
who was swarthy like a Negro, like the finest Negro man.
In The Sheik, they’d heard, he was turbaned,
whisked damsels away in a desert cloud.
They’d heard this from Lucille and Ella
who’d put on their fine frocks and French,
claiming to be “of foreign extraction”
to sneak into the Knickerbocker Theater
past the usher who knew their parents
but did not know them.
They’d heard this from Mignon and Doris
who’d painted carmine bindis on their foreheads
braided their black hair tight down the back,
and huffed, “We’ll have to take this up with the Embassy”
to the squinting ticket taker.
Otwiner and Julia were tired of Oscar Michaux,
tired of church, tired of responsibility,
rectitude, posture, grooming, modulation,
tired of homilies each way they turned,
tired of colored right and wrong.
They wanted to be whisked away.
The morning after Mister Hedges’ visit
the paperboy cried “Extra!” and Papas
shrugged camel’s hair topcoats over pressed pajamas,
and Mamas read aloud at the breakfast table,
“No Colored Killed When Roof Caves In”
at the Knickerbocker Theater
at the evening show
from a surfeit of snow on the roof.
One hundred others dead.
It appeared that God had spoken.
There was no school that day,
no movies for months after.
Elizabeth Alexander, “Early Cinema” from Antebellum Dream Book. Copyright © 2001 by Elizabeth Alexander. Reprinted by permission of Graywolf Press.
Source: Antebellum Dream Book (Graywolf Press, 2001)
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In den Räumlichkeiten der lunarischen Gemeinschaft zu Paris, Winter 1865

„Haben sie es denn schon gelesen?“
„Ja, das habe ich.“
Cremond presste seinen Bauch gegen die schwere Tür des Salons und schob sie unsanft auf. Lobert trottete ihm nach, bereits die gebückte Haltung einnehmend, mit der er stets das Herz der Gesellschaft betrat. Für einen kurzen Moment wandelte sich das stille Schweigen des Salons in ein wartendes, bis Cremond mit einem gelangweilten „Meine Herren …“ die versammelten Mitglieder erlöste. Schon wandten sich alle wieder ihren Zeitungen zu.
„Und was sagen sie dazu? Ich meine, die Implikationen …“
Cremond antwortete nicht, sondern hob nur die Hand während er sich nach einem leeren Sessel in dem dunklen Raum umsah. Nach seinem zehnminütigen Spaziergang war ihm jeder Platz so recht wie der andere. Mit einem leise herausgepressten Stöhnen ließ er sich auf einem rotgepolsterten Fauteuil nieder, auf dem irgendjemand ein rundes Dutzend zerknitterter Tageszeitungen gelagert hatte. Mit kurzen Stössen schob Cremond mit seinem Gesäß den Zeitungsstapel auseinander bis sein Körper, umgeben von einem Kranz bedruckten Papiers, das Möbel ausfüllte. Lobert beobachtete die Szene stumm und fragte sich, wie Cremonds verschwitzter Leinenanzug auf die Druckerschwärze der Zeitungsseiten reagieren würde. Doch er sagt nichts und nahm auf einem kleinen Schemel neben dem großen Fauteuil Platz.
„Tee!“, rief Cremond einem der Diener des Salons zu und begann dann mit seinem Vortrag: „Mein lieber Lobert, ich habe das Buch gelesen und ich sage ihnen, Herr Verne, der hoch geschätzte Herr Jules Verne ist ein Schriftsteller, ein Phantast und Unterhalter und als solcher wird er von seinen Lesern auch geschätzt und verstanden. Kein Mensch wird wird glauben, dass man dieses Abenteuer tatsächlich so durchführen kann. Niemand wird das glauben. Niemand.“
„Aber es ist die Methode … Goubains Methode“, erwiderte Lobert, „jemand muss Verne davon erzählt haben. Eine Kanone, Cremond, eine Ka-no-ne.“
Lobert stieß die Silben mit aller Deutlichkeit hervor, wischte mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn und zog dann die abgewinkelten Beine noch näher zu sich heran. So wie er auf seinem kleinen Schemel zu dem ruhig schnaufenden Cremond hochblickte, fühlte er sich wie ein Kind, dass seinem Vater ein böses Vergehen beichten musste. Doch von diesem Eindruck würde er sich nicht bremsen lassen, war er es doch, der die Gesellschaft vor einem grossen Skandal zu retten versuchte.
„Lobert, beruhigen sie sich. Auf den ersten Blick sieht es ja tatsächlich so aus, als hätte Verne die Ideen Cremonds, nun wie sagt man, geborgt. Aber jedes Kind, dass schon einmal eine Kanone im Einsatz gesehen hat, kann sich erträumen, damit einen Mann auf den Mond zu schiessen. Aber hat es je schon jemand versucht?“
Cremond schüttelte zustimmend den Kopf.
Einer der Diener des Salons trat nun an den Tisch um den Tee zu servieren und Cremond und Lobert beobachteten stumm das kurze Zeremoniell. Das Personal des Salons galt als verschwiegen und vertrauenswürdig, aber wer mochte in diesen Zeiten schon riskieren als erster vom Gegenteil überrascht zu werden. Als die Tassen gefüllt und der Diener wieder verschwunden war, setzte Cremond fort: „Jeder, der auch nur ein wenig Verstand besitzt, weiß doch, dass es so gar nicht funktionieren kann. Unser Freund Goubain hat sich selbst davon überzeugen können, als ihm seine Kanone um die Ohren flog. Fragen sie Jules Verne, ob er denn in seinem Projektil Platz nehmen möchte. Es ist Phantasterei, sonst nichts.“
„Darum geht es mir nicht, Cremond. Durch das Buch von Verne werden Menschen auf unsere Absichten aufmerksam, die bis jetzt keinen Gedanken an derartige Dinge verschwendet haben. Mondreisen … Mondfänger … Wer außerhalb unserer Kreise hat bis jetzt von diesen Dingen gewusst? Als sie Fincetti in Florenz mit seinem Fangnetz von seinem Dach heruntergeholt haben, hat man ihn ausgelacht und ins Irrenhaus gebracht.“
„Ja. Und wir haben ihn dort wieder herausgeholt und jetzt steht er hier in Paris auf unseren Dächern. Hier lachen sie noch mehr, aber man lässt ihn in Ruhe weil sie ihn Dank unserer Hilfe für einen Verrückten halten“, warf Cremond ein.
„Doch jetzt sehe ich irgendeinen amerikanischen Millionär vor mir, die englische Ausgabe von Vernes Buch in seinen  Händen, wie überlegt, wieviel ihn so eine Kanone wohl kosten möge. Und mit welchem Gewinn er den Mond am Ende verkaufen könnte. Ich fürchte die Tage, an denen unsere Gemeinschaft von den Agenten diese Leute unterwandert ist, um uns unsere Geheimnisse zu entlocken.“
„Na, sie behaupten doch etwa nicht, Lobert, dass hier unter uns …?“, erwiderte Cremond und ließ seinen Blick kurz über die in ihre Lektüre vertieften Anwesenden schweifen.
„Nein, das tue ich nicht. Noch sind wir sicher. Aber sie kennen die Gerüchte aus Wien. Dort gibt es Elemente, die uns zu missbrauchen drohen. Und das könnte nur der Anfang sein.“
„Nun gut“, Cremond erhob sich langsam und schüttelte die an seinem Anzug klebenden Zeitungsseiten ab, „trinken sie ihren Tee aus. Und dann gehen wir zum Direktorium. Wenn sie uns vor der Welt retten wollen, will ich ihnen nicht im Weg stehen.“

 

Bekundenswerte Adventurien

Dandy Lunaires Praktisches Handbuch für Mondfänger

Welches darinselbst enthält die bekundenswertesten Adventurien des Autors mitsamst verschiedenster Anzeigen der Gefahren der praktischen Mondjagd.  Nebst einem Verzeichnis bewährter und dienlicher Anweisungen und Belehrungen der lunarischen Gesellschaft.

 

Das Praktisches Handbuch für Mondfänger ist das seit Mitte des 18. Jahrhunderts in unregelmäßigen Abständen immer wieder aufgelegte Grundlagenwerk einer als Mondfänger-Gilde oder lunarischen Gesellschaft bekannten Geheimgesellschaft.

Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung inhaltliche lose verbundener Textarten: Es ist Anleitungstext, Ratgeber, Reisebericht, historisches Erzählwerk und pseudo-wissenschaftliches Traktat zugleich. Die vorwiegend phantastischen und parodistisch überhöhten wirkenden Texte werden jedoch vielfach als Hinweis darauf gedeutet, dass es sich hier um einen rein literarischen Text handelt.

Ein einzelner Autor lässt sich dem Werk nicht zuordnen. Vielmehr dürfte das Werk über die Jahre durch die verschiedensten Herausgeber erweitert, ergänzt und teilweise durch misslungene Übersetzungen auch stark verfälscht worden sein.

Die wenigen erhaltenen Exemplare stammen aus der Zeit nach 1850, in der sich die Gemeinschaft der Mondfänger von einer ursprünglich lockeren Ideengemeinschaft zu einem streng organisiertem Geheimbund wandelt.

Eine 1932 erschienene deutsche Ausgabe des Handbuchs enthält Bruchstücke eines Romans, der möglicherweise reale oder zumindest von der Realität inspirierte Ereignisse nacherzählt.
Die hier vorgestellten Texte sollen dem Leser einen kleinen Überblick über den wahnwitzigen Inhalt des Handbuchs bieten.

Cyndi Lauper

3.7.2016 – Wiener Staatsoper

Cyndi Lauper and Band @ Jazzfest Wien

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Pressestimmen:

Gott, was hat die stimmlich alles drauf. Country, Blues, Pop: her damit.

http://derstandard.at/2000040396265/Cyndi-Lauper-Wundervoller-Wischmopp

Wenn eine Frau mit verrücktem Hut und Koffer auf die Bühne stampft, dann kann man entweder Pech haben und man sitzt in einem dubiosen Kellerkabarett. Oder man hat Glück und es ist Cyndi Lauper, die ihr Konzert in der Staatsoper eröffnet.

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/musik/pop_rock_jazz/829421_Jodeln-am-Plueschpony.html

Burt Bacharach

1.7.2016 – Wiener Staatsoper

Burt Bacharach and Band @ Jazzfest Wien

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Pressestimmen:

„Es sind rund 500 Songs, auf die der heute 88-jährige Bacharach zurückgreifen kann, und schon zu Beginn des knapp zweistündigen Auftritts vermittelte er den Eindruck, am liebsten alle spielen zu wollen. Nach dem Einstieg mit dem programmatisch betitelten „What The World Needs Now Is Love“ kurvte der Komponist und Pianist, begleitet von seiner hervorragend disponierten, zehnköpfigen Band durch ein Medley aus großen und kleinen Hits. Wer so viel zur Auswahl hat, der kann selbst Klassiker wie „I Say A Little Prayer“ mit in dieses Potpourri packen.“ – Salzburger Nachrichten

http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/kultur/sn/artikel/umjubeltes-konzert-von-burt-bacharach-beim-jazz-fest-wien-203289/

„Bacharach als Sänger, der auch in den US-Präsidentschaftswahlkampf eintaucht („Ich hoffe, Hillary kommt rein und räumt auf“), ist in eine Sphäre abseits aller Kriterien angelangt. Sein Vortrag ist zerbrechlicher Sprechgesang, er transportiert aber jene Magie des Authentischen, die keine großartige Stimme ersetzen könnte. Schön, dass er da war“. – Der Standard

derstandard.at/2000040322482/Jazzfest-Wien-Von-Miniaturen-und-Meistern

„Am allerschönsten war indes, wenn Bacharach selbst das erhob, was von seiner Stimme übrig ist. „The Look of Love“, „Alfie“, „Raindrops Keep Falling on My Head“ und vor allem „Wives and Lovers“, die wohl liebenswerteste Machohymne der Musikgeschichte, ritzten sich tief ins Gedächtnis. Das gab Gänsehaut galore.“ – Die Presse

ttp://diepresse.com/home/kultur/popco/5042142/Lieder-fur-zerzauste-Seelen